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Erschienen in der Segeberger Zeitung, 21.06.2011
Bad Segeberg. Heftige Regenschauer und zunehmende Winde machten den Teilnehmern der 29. Segeberger Ruderregatta des Segeberger Ruderclubs arg zu schaffen. Als am zweiten Wettkampftag der Wellengang ein ordentliches Ausrichten der Boote nicht mehr zuließ und obendrein eine Sturmwarnung ausgegeben worden war, musste die Regatta vorzeitig abgebrochen werden. Immerhin konnten von den 184 geplanten Rennen zwei Drittel durchgeführt werden. 58 Vereine waren zwei Tage lang in Bad Segeberg zu Gast.
Gerade die weit angereisten Ruderer dürfte das vorzeitige Ende der Wettbewerbe nicht allzu sehr enttäuscht haben. Die dänischen Vereine oder das halbe Dutzend Berliner Klubs sowie Besatzungen aus dem Raum Bremen und Wilhelmshaven hatten schließlich noch ein langen Heimweg vor sich.
Der Vereinsvorstand um Regattaleiter Falk Herold, unterstützt vom Landesverband und weit über 50 Helferinnen und Helfern aus den eigenen Reihen, hatte alles sicher im Griff. Für zwei Tage gehörte der Bereich vom SRC-Klubgelände im Winklersgang bis zur Kurpromenade ganz den Ruderern. Der Parkplatz Backofenwiese glich einem Heerlager. Kleine und große Trailer waren dort abgestellt. Drumherum hatten die Mannschaften ihre Pavillons aufgebaut und mit Fahnen geschmückt.
Ein streng eingehaltener Zeitplan garantierte, dass jedes Boot rechtzeitig im Wasser und jede Besatzung pünktlich zum Start an den Pontons war. Gerudert wurde von der Seemitte in Richtung Backofenwiese. Lauter Jubel brandete auf, als im Rennen der jüngsten Teilnehmer gleich zwei Segeberger Boote das Feld anführten und zu einem tollen Endspurt ansetzten. Regattamoderator Volker Tiedemann schilderte den begeisterten Zuschauern das spannende Kopf-an-Kopf-Rennen der elfjährigen Hauke Schwarz und Robin Hamann, da hörten beide mit den Ruderbewegungen auf. Das von Betreuern und Zuschauern gebrüllte „Weiterrudern“ schien die Youngster nicht zu erreichen. Begünstigt von den Bewegungen des Wassers und letztlich durch ein paar zaghafte Ruderschläge drifteten beide Boote über die Ziellinie. Vom Schiedsrichter wurde beiden der Sieg zugesprochen. „Wir hatten Schwierigkeiten den Kurs zu halten und gerieten aneinander. Unsere Skulls haben sich verfangen. Wir konnten uns nicht mehr bewegen“, erklärte Robin Hamann. „Die Jungs haben in dieser Situation zuerst an das Material gedacht. Neben ihrer guten Leistung ist auch das lobenswert“, befand Jugendtrainer Marcel Muß. Für Robin Hamann war die Regatta der erste Wettbewerb überhaupt. Am zweiten Tag ließ er einen Abteilungssieg im Einer über 500 Meter folgen.
In Vorbereitung auf den Bundeswettbewerb am ersten Juli-Wochenende auf der Olympia-Regattastrecke in München-Oberschleißheim peilten einige heimische Rudertalente auf ihrem Hausgewässer Landestitel an. Jola Drews (13) konnte sich in 16:53 Minuten die Landesmeisterschaft über 3000 Meter sichern. Auch Lara Baier und Eike Berit Hinrichsen (14) lösten in 14:16 Minuten auf dieser Distanz im Leichtgewicht-Zweier das Ticket.
Robin Horns und Timm Kraus zeigten sich im Rennen der 17- und 18-Jährigen in ihrem Doppelzweier sowie in Rudergemeinschaft mit Michael Botz und Sven Hüttermann aus Kappeln im Doppelvierer, mit dem sie in 3:17,12 Minuten Schnellste über 1000 Meter waren, fit für die Deutsche Jugendmeisterschaft am nächsten Wochenende in Brandenburg.
Aufgrund des vorzeitigen Abbruchs konnten sie im Doppelzweier jedoch nicht mehr um die Landesmeisterschaft rudern. Dafür gewannen bei den Frauen Vanessa Brendemühl und Maike Engelmann-Kewitz die 1000 Meter (4:18,31) im Doppelzweier. Gemeinsam mit Neele Heinsen und Sabine Grunert wurden beide ohne Landeskonkurrenz im Doppelvierer Landessieger. Regattaleiter Falk Herold gewann mit Gerhard Neumann über dieselbe Distanz in 4:12,18 Minuten sein Rennen im Masters-Doppelzweier.
Christian Detlof Segeberger Zeitung – Sportredaktion
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